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Literaturpreise an Paul
Wühr und Michael Lentz
Das Gremium Literatur unter
dem Vorsitz von Dr. Horst Annecke entschied in Berlin über
die diesjährigen Literaturpreise des Kulturkreises. Als Juroren
wirkten Prof. Jörg Drews, Werner Söllner und Christoph
Buchwald mit. Der mit 10.000 Euro dotierte Hans-Erich-Nossack-Preis
wurde Paul Wühr für sein Lebenswerk zugesprochen. Den
diesjährigen Förderpreis in Höhe von 7.500 Euro erhält
Michael Lentz. Die Preise werden anlässlich der Jahrestagung
des Kulturkreises in Augsburg am 5. Oktober 2002 überreicht.
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Paul Wühr wurde 1927
geboren und lebt in München und Passignano, Italien. Der
Autor hat in den letzten 30 Jahre n ein sehr vielfältiges
und anspruchsvolles literarisches Werk geschaffen. Innerhalb
des Werkes von Wühr, der als einer der großen Einzelgänger
der gegenwärtigen deutschen Literatur gelten darf, haben
in den letzten Jahren vor allem seine Gedichte immer mehr Beachtung
gefunden, in denen er Poesie als einen Prozess von Fragen vorführt,
die alle scheinbar sicheren Werte und Sichtweisen auflöst;
alle lyrischen Texte Wührs sind 'subversiv', indem sie
im Spiel mit Paradoxa jede Sicherheit aufkündigen und ein
Spiel mit allem Gesicherten betreiben, von seinem Gedichtband
"Grüß Gott ihr Mütter ihr Väter ihr
Töchter ihr Söhne" (1976) bis zu den beiden voluminösen,
gedanklich und thematisch weit ausgreifenden Gedichtwerken "Salve
res publica poetica" (1997) und "Venus im Pudel",
das 2000 im Carl Hanser Verlag, München erschien.
Jörg Drews
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Michael Lentz wurde 1964 in
Düren geboren. Er studierte Germanistik, Geschichte und
Philosophie in Aachen und München und promovierte 1998
mit einer Arbeit über Laut-poesie/-musik. Er lebt in Zürich.
Als Saxophonspieler hat ihn die Verbindung von Musik und Sprache
schon früh interessiert. Er versucht eine Balance zwischen
Poesie und Experiment herzustellen. Sprache und sprechen ist
für Lentz nicht voneinander zu trennen. Er nennt den Vortrag
seiner Lautgedichte und seiner experimentellen Prosa "physische
Poesie " oder "Sprechakte". Michael Lentz hat
aber nicht nur auf dem Gebiet der Lautpoesie Bewundern swertes
geleistet, sondern auch mit seinem ersten Roman "muttersterben"
(S.Fischer, 2001) gezeigt, dass er der Prosa mit grösster
Sprachpräzision und dem "Wörtlichnehmen"
der Wörter zu ungewöhnlicher Intensität verhelfen
kann. Lentz ist so gesehen ein Neuerer (und würdiger Förderpreisträger),
der uns spüren und begreifen lässt, was im genauen
Umgang mit Sprache möglich ist.
Christoph Buchwald
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